
Am Dienstag Abend bin ich zu Forschungszwecken

ins Kino gegangen und hab mir 2012 angeschaut. Neugierig war ich eigentlich wegen der Tatsache, dass Drehbuch, Filmmusik und Produktion von einem Österreicher gemacht wurden (mit Emmerich zusammen), der als Adventistenkind auch eine Zeit in Bogenhofen war. Schaut euch
hier das Bild von Harald Kloser mit John Cusack und Kloseres Neffen an (lustige Infos in den Kommentaren).
Die Spezialeffekte haben mich nicht so gelockt und dann auch nicht so begeistert. Es ist unglaublich realistisch - da gibt es nix, aber die typische Hollywood-Übertreibung zwingt einem dann eben manchmal ein Lächeln ins Gesicht, wenn es eigentlich todernst und tragisch ist. Das ist eigentlich durch den ganzen Film absurd. Da stirbt der Großteil der Weltbevölkerung und du sollst dich freuen, dass es John Cusack überlebt. Praktsich auch, dass der Freund seiner Ex-Frau es leider nicht schafft ...

. Gut, das ist das Filmgeschäft und wenn sich der Film dadurch besser verkauft, ich kann's verkraften.
Insgesamt hat mich der Film aber doch mitgenommen. Es könnte an dem ungewohnten, massiven Medienerlebnis an sich liegen (riesen Leinwand, Surround Sound). Sicherlich hat das auch seine Wirkung auf mich nicht verfehlt. Man kommt aus dem Kino und fühlt sich irgendwie taub (nicht im akustischen Sinn). Numb. Es war schon fast eine Reizüberdosis und man kommt auf Entzug auf dem Weg zum Auto. Der Boden hält. Keine Risse, kein Beben. Nach über 2h Achterbahn ist das ungewohnt.
Aber die Geschichte an sich ist irgendwie so krass. Also nicht der Neutrino-Quatsch, der sich dann plötzlich erledigt hat, als sie in den Sonnenunterngang schippern, sondern das Ende unserer Welt. Mann hat sich das ja noch nie so wirklich vorgestellt, obwohl man als Christ ja davon ausgeht, dass es hier nicht mehr allzu lange so weitergehen kann. Hier ist es auf einmal Realität - zumindest für 150 Minuten. Wäre der Film nicht so auf Unterhaltung getuned, würde es einen, glaube ich, noch mehr packen. Aber das muß ja vielleicht gar nicht sein.
Tatsache war, dass ich und meine zwei Begleiter (die beide eher Autorenfilme konsumieren) ohne große Erwartungen in diesen Blockbuster hineingegangen sind. Obwohl sich dieses Vorurteil bestätigt hat, fanden wir alle den Film hinterher besser als erwartet. Ich habe überlegt warum? Offensichtlich gibt es Wirkmechanismen (Bojan-Wort) denen auch wir uns nicht entziehen konnten. Die Spannung hat uns trotz aller rationaler Langeweile einfach gepackt.
Ich frage mich halt, ob man diesen brutalen Medieneinfluß, den wir erlebt haben, nicht in irgendeiner Form für das Reich Gottes nutzen könnte. Aber man kann es nicht aus dem Kirchenkontext heraus. Man müßte eben, wie ich gestern schon geschrieben habe, sich von diesem Kontext lösen und sich in den Kontext der Medienmacher begeben um dort zu arbeiten und zu leben. Wenn man das nicht tut, dann werden sie, die Musiker, Kabarettisten und Filmemacher - die die großen Prediger unserer Zeit sind - weiterhin eben ihre Botschaft in die Hirne der Leute Hämmern und wir werden immer mehr marginalisiert werden.
PS: Es gibt ja Leute, die überzeugt sind, dass Kloser seinen adventistischen Hintergrund hat einfließen lassen. Wäre dann Charlie Frost, der Typ im Yellowstone, der Radiosendungen über den Weltuntergang macht, die Stimme der Hoffung???

Ich weiß nicht, ob das so ist. Natürlich, wenn man im "Großen Kampf" liest, hört sich das schon nach 2012 an, aber wieviele Szenarien gibt es schon für die Auflösung eines Planeten?