Dienstag, 3. März 2009
 Der Theologe Rudolf Bultmann hat nach dem zweiten Weltkrieg unter dem Stichwort "Entmythologisierung" einer neuen Sichtweise der Bibel und der Theologie das Wort geredet, die eher auf Heidegger als auf Paulus gegründet war. In seinem Aufsatz "Das Neue Testament und die Mythologie" schreibt er:
Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testamentes glauben.
Bultmann ist für mich persönlich gescheitert. Mehr dazu hier:
"Remythologisierung" vollständig lesen
Dienstag, 2. Dezember 2008
Ist es euch auch schon aufgefallen, dass viele Gebete, gerade im Gottesdienst - also öffentlich, nur aus einer Zusammenstellung von Floskeln bestehen. Sicher ist es euch aufgefallen! Auch wenn ich es selbst nicht immer besser mache, weil ich auch immer noch denke Beten muß man nicht vorbereiten, nervt es mich doch immer mehr. Philip Yancey berichtet in seinem Buch Prayer (gibts auch auf Deutsch - sehr gut!) von einer Begebenheit wo auf einmal alle Konventionen gesprengt wurden.
The church I attend reserves a brief time in which people in the pews can voice aloud their prayers. Over the years I have heard hundreds of these prayers, and with very few exceptions the word polite indeed applies. One, however, stands out in my memory because of its raw emotion.
In a clear but wavering voice a young woman began with the words, "God, I hated you after the rape! How could you let this happen to me?" The congregation abruptly fell silent. No more rustling of papers or shifting in the seats. "And I hated the people in this church who tried to comfort me. I didn't want comfort. I wanted revenge. I wanted to hurt back. I thank you, God, that you didn't give up on me, and neither did some of these people. You kept after me, and I come back to you now and ask that you heal the scars in my soul." (S. 89)
Was würde sich in unseren Gemeinden verändern, wenn alle so beten würden. Wie müßten sich unsere Gemeinden verändern, damit alle so beten könnten? Aber haben wir nicht schon lange genug versucht die Gemeinde zu verändern? Sollten wir nicht einfach anfangen so zu beten? Ich sehne mich danach. Ich trau mich nicht.
Dienstag, 21. Oktober 2008
Es geht mir gut. Ich hab dir mein Leben gegeben und du hast mich immer gut geführt. Ich bin gesund, erfolgreich und glücklich. Ich vermisse nichts. Außer dir. Wo bist du? Habe ich dich weggedacht? Hat der Versuch alle Fragen zu erklären und alle Spannungen aufzulösen mich blind gemacht? Oder ist alles andere Einbildung und du bist gerade in meiner Gesundheit, meinem Erfolg, meinem Glück? Old Testament Style. Sollten wir weniger auf deine gefühlte Gegenwart achten und viel mehr darauf, dass du "mit uns" bist. Aber was ist dann mit den Unglücklichen? Bist du dann mit denen nicht? Und wenn doch, woher sollen sie es wissen? Aus deinem Wort? Ist das am Ende alles was uns bleibt? Glauben und Hoffen. So schwer. Ich weiß es nicht.
Sonntag, 24. August 2008
 Aus dem Buch "Wenn Gottes Volk betet" von Randy Maxwell:
Gott benutzt gern unsinnige Dinge um seine Ziele zu erreichen. Er benutzte einen Hirtenstab, um ein versklavtes Volk zu befreien und ein mächtiges Weltreich zu unterwerfen (siehe 2. Mose 14,16). Er benutzte den Kiederknochen eines Esels in den Händen eines starken Mannes, um eintausend der besten Soldaten der Philister zu erschlagen (siehe Richter 15,14-16). Er benutzte die Schleuder eines Hirtenjungen und einen glatten Stein, um einen Riesen zu Fall zu bringen, der das ganze israelitische Heer vor Angst erstarren ließ (siehe 1. Samuel 17,49.50).
Und nun fordert uns dieser große Gott, der solch unsinnige Dinge benutzt, auf, uns zu demütigen und zu ihm zu beten. WErden wir das tun? Wenn Gott uns aufgefordert hätte, irgendetwas Großartiges zu tun, zum Beispiel eine aufwändige, bis ins Detail ausgeklügelte Evangelisationsstrategie zu entwickeln, die die Christenheit revolutionieren würde, würden wir es augenblicklich tun. STattdessen fordert er uns auf, ähnlich wie Naaman, uns siebenmal im Jordean unterzutauchen oder, wie Josua und das Volk Israel, siebenmal um die feindliche STadt Jericho herumzugehen und nicht weiter zu tun (siehe Josua 6,4). Er fordert uns auf, das zu tun, was uns oft ineffektiv, unlogisch und rückständig vorkommt: Er verlange von uns zu beten. (S. 87)
Mittwoch, 23. April 2008
Neulich haben wir uns ja mit der Frage nach dem Bitten im Gebet beschäftigt. Heute möchte ich ein paar Gedanken posten über die vielen scheinbar vergeblichen Gebete.
"Wenn Gott nicht hört ..." vollständig lesen
Montag, 7. April 2008
 Neulich hatte ich mal eine Serie zum Thema Gebet begonnen. Es ging damals darum, dass Gebet als Bekenntnis und Positionsangabe in einer ungläubigen Welt gesehen werden kann. Heute als zweiten Beitrag einige Gedanken über die Frage des Bittens.
"Warum bitten?" vollständig lesen
Donnerstag, 6. März 2008
Der erste von mehreren sporadischen Einträgen zum Thema Gebet. Hab dafür extra einen neue Kategorie geschaffen. In diesem geht es um den für mich grundlegendsten Aspekt des Betens, der viele, wenn nicht alle anderen begründet und ermöglicht. Wenn euch das interessiert schaut mal rein.
"Gebet als Anerkennung Gottes" vollständig lesen
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