Dieses Wochenende ist mir im Gottesdienst, während des Bibelgesprächs aufgefallen, dass die Bestimmungen für das Passafest explizite Anweisungen bezüglich Nichtjuden enthalten. Der Text um den es u.a. ging ist folgender:
4Mo 9:14 Und wenn ein Fremder bei euch wohnt und dem HERRN Passah feiern will, soll er es feiern nach der Ordnung des Passah und nach seiner Vorschrift. Ein und dieselbe Ordnung soll für euch sein, sowohl für den Fremden als auch für den Einheimischen des Landes.
Das hat mich deswegen bewegt, weil kurz vorher jemand bemerkt hatte, dass Jesus in der Nacht vor seinem Tod das Passa feierte und die Symbole für den Auszug aus Ägypten auf sich als Erlöser bezog. Man könnte von Uminterpretation sprechen, aber ich glaube - angesichts des Geschehens in der ersten Passanacht in Ägypten (diejenigen für die ein Lamm gestorben ist, bleiben am Leben) - dass das Passa schon immer ein Bild für die Erlösung war, auch wenn man es noch nicht voll durchschauen konnte.
Und bei dieser "Erlösung" sind immer auch die Fremden mit dabei. Die Juden waren das auserwählte Volk, aber die Erlösung konnte jeder haben, der wollte. Sogar beim großen jährlichen Finale der Befreiung von Schuld, dem Yom Kippur, waren die Nichtjuden mit einbezogen:
3Mo 16:29 Und dies soll euch zu einer ewigen Ordnung sein: Im siebten Monat, am Zehnten des Monats, sollt ihr euch selbst demütigen und keinerlei Arbeit tun, der Einheimische und der Fremde, der in eurer Mitte als Fremder wohnt.
Das ist der Gott, zu dem ich gehöre! Ein Gott für alle Menschen, der jeden annimmt der zu ihm kommt.
Nach dem gescheiterten Abschreiberekord beim YIMC jetzt mal ein geglückter! Zitat von Nickles.de
Die der Evangelischen Kirche in Deutschland bastelt seit einiger Zeit an einem neuen Internetportal namens evangelisch.de. Aktuell wird noch konzipiert, der offizielle Start ist für den 24. September 2009 geplant. Jetzt meldet die Evangelische Kirche einen Weltrekord.
Der resultiert aus der ersten Aktion von evangelisch.de, bei der aufgefordert wurde, die Bibel zu "twittern", sprich die Texte der Bibel auf die Twitter-üblichen Kurztexte mit maximal 140 Zeichen Länge zu quetschen. Die Teilnahme an der Aktion war enorm. Über 3.000 Menschen haben es geschafft, im Zeitraum von 20. Mai bis 30. Mai, also gerade mal 10 Tagen, die komplette Bibel ins Twitter-Format zu schaufeln.
Eigentlich war der Ablauftermin für den Weltrekord auf Pfingstsonntag um Mitternacht festgelegt, es wurde aber bereits 37 Stunden vorher vollbracht. Im Vorfeld des Experiments hatten Theologen die Bibel in 3.906 Abschnitte unterteilt, die so umformuliert werden durften, dass die neuen Texte nicht mehr als die twitter-typischen 140 Zeichen umfassen. Als Ergebnis findet sich unter rekordversuch.evangelisch.de jetzt die vollständige Bibel in den Worten der Teilnehmenden wiedergegeben, die Zusammenfassungen können kommentiert und bewertet werden.
Zur Frankfurter Buchmesse Mitte Oktober sollen die getwitterten Texte der Bibel auch als Buch erscheinen.
Melanie Huber, Portalleiterin von evangelisch.de: "Wir sind überwältigt von dem enormen Zuspruch. Wir haben mit der Aktion mehr Menschen erreicht, als wir gehofft hatten. Menschen, die aktiv mitgemacht haben, aber auch Menschen, die nur zugeschaut und uns begleitet haben. Es macht einfach allen Spaß, die Bibel mal auf eine andere Art und Weise kennenzulernen."
Nach dem Weltrekord ist deshalb nicht Schluss, das Twittern geht weiter. Wer Lust hat, kann auch nach dem Rekord noch weiter fleißig Verse zusammenfassen. „Es ist sehr interessant für uns zu sehen, welche Passagen besonders häufig bearbeitet werden“, sagt Melanie Huber. Die Schöpfungsgeschichte, die Arche Noah und alle Texte rund um Jesu Geburt werden sehr gern umformuliert.
Seit kurzem ist die dritte Version der Stuttgarter Elektronischen Studienbibel - kurz SESB - auf dem Markt. Die Möglichkeiten dieser Software übersteigen die von BibleWorks um ein Vielfaches und über kurz oder lang wird die SESB wohl zur Standard-Bibelsoftware werden. So richtig ausnutzen werden diese Möglichkeiten wohl vor allem Pastoren oder Theologen, deswegen erklär ich jetzt auch nicht groß, worin die Vorteile bestehen (schaut dazu die Videos auf der SESB-Homepage an). Was die SESB für Normalverbraucher interessant macht, ist dass sie mit einer deutschen Benutzeroberfläche kommt. Man hat also ein Bibelprogramm mit dem man vernünftig suchen kann (nicht so wie diese Hänssler Angebote), auch wenn man nur einen Bruchteil der Sprachen und Möglichkeiten ausschöpft. Allerdings ist die Frage ob man dafür so tief in die Tasche greifen möchte.
Apropos Frage: wer Olli aus Amsterdam kennt kann sich mit Fragen an ihn wenden. Er hat an der Datenbank des Hebräischen AT mitgearbeitet und das deutsche Benutzerhandbuch verfasst.
Jetzt wo Lothar in den Kommentaren zur Volxbibel den Mangalink gepostet hat möchte ich das doch nochmal zum Thema machen. Die Bilder sind wahnsinnig intensiv und fesselnd. Genau sowas hatte sich Bojan wohl von der ersten Mitmachaktion in EINS erhofft. Die Macht der Bilder erschreckt mich aber auch irgendwie - vielleicht weil sie teilweise so grausam sind (klar das war die Realität auch, aber sie sah dabei wohl nicht so heroisch-cool aus), vor allem aber weil sie vielleicht noch stärker als ein Text die Auffassung des Künstlers vermitteln.
Was haltet ihr davon? Schaut euch mal die Bilder an (auf den Jesus-Manga klicken).
Kollege Tobi erwähnt in seinem Blog, dass seit gestern die Volxbibel Teil 1 in den Läden steht. Damit ist nun - zumindest theoretisch - das Problem gelöst, dass mich M. und C. vor der Bibelstunde immer fragen, ob wir das AT brauchen, denn dann müßten sie zur Volxbibel auch die "Hoffnung für Alle" mitnehmen ...
Die Beiden haben mir auch erklärt, dass sie in der VB die Sachen verstehen und dass für sie die HfA schon "kompliziert" geschrieben ist. Ich könnte jetzt wieder über den Niedergang der Lesefähigkeit jammern, aber dazu hab ich mich ja schon öfter geäußert. Mein Punkt ist vor allem der, dass alle diesen neuen Übersetzungen (und da ist für mich nicht viel Unterschied zwischen VB, HfA oder Neues Leben oder was weiß ich) der Bibel eines nehmen: ihre Fremdartigkeit.
Ich bin mir im Klaren, dass das durch jegliche Übersetzung ins Deutsche passiert, aber wenn wir schon übersetzen, dann sollte die Übersetzung doch das Alter und die Andersartigkeit des Textes nachahmen. Sicher wurde die Bibel - wie Jon Paulien im aktuellen Adventecho schreibt - in der Sprache des Volkes geschrieben, aber es war die Sprache des Volkes vor mindestens 2000 Jahren. Dessen muß man sich auch bewußt sein, wenn man diese Texte verstehen will. Wenn wir nur die Sprache aktualisieren verleugnen wir die Geschichtlichkeit des Textes. Weil er so alt ist, ist er nicht leicht zu verstehen!
Wir machen uns selbst etwas vor, wenn wir denken, dass man jeden Satz der Bibel sofort verstehen könnte. Niemand kann das! Wenn ein modernens Deutsch darüber hinwegtäuscht, wenn komplizierte Sätze erklärend umformuliert werden, dann wird das Lesen oberflächlich. Am Ende liest man dann eher die Interpretation des Übersetzers als den Text.
Ich finde, dass solche Bibeln gute Einstiegshilfen sind, dass es aber durchaus das Ziel sein sollte, eines Tages darüber hinaus zu kommen und sich mit den Sätzen eines Paulus so wie sie sind herumzuquälen. Sich das Hirn zu zermartern, wie das jetzt Sinn machen könnte, oder ob er nur den Faden verloren hat in den vielen verschachtelten Nebensätzen. Ich glaube so gewinnt das Buch auch etwas der Heiligkeit zurück, die ihm eigentlich zusteht. Das Wort Gottes ist ein Geheimnis, das entschlüsselt werden will.
In 1Mo 2 werden die beiden ersten Menschen vorgestellt und wie sie zueinander gekommen sind. Die Bibel ist da sehr knapp. Es gibt nur einen Satz über ihren Zustand ganz am Anfang in Kapitel 2:25. Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht. Eva und Adam waren nackt. Nicht nur in diesem Augenblick, nicht nur Nachts im Bett, sie waren immer nackt. Das können sich heute nicht mal Pornostars und FKK-Freaks vorstellen. Die ziehen auch nur unter gewissen Bedingungen aus. Zum Einkaufen gehen sie auch angezogen. Warum? Weil sie sich schämen. Nacktheit ist etwas intimes, das geht andere nichts an. Adam und Eva waren nackt und schämten sich nicht. Das beschreibt in Lebensgefühl, dass wir heute nicht mehr kennen. Völliges Vertrauen, völlige Offenheit, völlige Annahme, völlige Sicherheit. Keine Masken, kein Schutzschild, kein Sicherheitsabstand. Das ist nur möglich, wo es keinerlei Bedrohung gibt. Keinen Neid, keinen Hass, keine Angst. Nur Liebe. Bis vor wenigen Jahrzehnten war es ja so, dass Nacktheit nur im Rahmen der Liebe möglich war. Aber das ist immer mit Risiko verbunden. Nacktheit heute geht nur noch auf Kredit, nur noch als Vertrauensvorschuß, nur noch auf die Gefahr hin aufs extremte verletzt zu werden. Aber was uns die Bibel hier schildert ist der Himmel auf Erden. Man kann ganz man selbst sein, muß nichts verbergen und wird bedingungslos geliebt. Damals gab es noch kein Problem. Totale Harmonie zwischen den Menschen und auch zwischen Gott und Mensch. Aber so blieb es leider nicht lange.
In Kapitel 3 entspinnt sich ein folgenschwerer Dialog zwischen einer Schlange – die hier offensichtlich als Sprachrohr dient – und Eva. Lesen wir das mal gemeinsam. 1Mo 3:1-6
Und die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte; und sie sprach zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen?
2 Da sagte die Frau zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir;
3 aber von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen und sollt sie nicht berühren, damit ihr nicht sterbt!
4 Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben!
5 Sondern Gott weiß, daß an dem Tag, da ihr davon eßt, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.
6 Und die Frau sah, daß der Baum gut zur Speise und daß er eine Lust für die Augen und daß der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.
Habt ihr’s gemerkt? Habt ihr das Problem der Menschheit entdeckt? Ging ganz schnell. Das war der Beginn unseres Problems! In wenigen Sätzen erzählt, ganz unscheinbar. Und die Frau aß. Das soll’s gewesen sein? Hört sich trivial an, aber hier zieht etwas Neues in die Welt ein, dass es vorher nicht gab: Mißtrauen. Die ersten Menschen mißtrauten Gott und dem was er gesagt hatte und deshalb essen sie von der Frucht. Heute ist das alltäglich aber damals war das unerhört. Das hatte es noch nie gegeben! Jemand sagt etwas und es soll nicht stimmen. Wißt ihr was das bedeutet? Indem die Menschen hier beschließen: „Ja, Gott hat wahrscheinlich etwas gesagt was nicht stimmt.“ vernichten sie die Welt wie sie sie bisher gekannt hatten. Für uns ist das so selbstverständlich, dass es uns nicht mehr auffällt. Aber bisher hatte es noch nie Lüge bzw. deren Folge oder Äquivalent Mißtrauen gegeben. Und jetzt soll da auf einmal jemand etwas gesagt haben und es stimmt gar nicht. Ich weiß nicht ob ihr das nachvollziehen könnt, aber damit bricht alles zusammen. Wenn so etwas möglich und denkbar ist, dann ... dann ist auf einmal alles fraglich. Dann ist auf einmal nichts mehr sicher, nichts mehr wahr. An diesem Tag starb die Wahrheit! Jede Liebeserklärung, jede Ermutigung, alles könnte unwahr sein. Fühlt ihr das? Plötzlich schwimmt alles. Plötzlich freier Fall. Jede Sicherheit ist weg. Wie soll man da noch Vertrauen können? Wie soll man sich noch öffnen können? Wie soll man lieben, wie nackt sein können? Man kann es nicht! Vers 7
Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, daß sie nackt waren; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
Eigentlich wollte ich das neue Jahr mit einem Videoblog beginnen - so wie 2008. Ich hatte sogar schon alles aufgenommen, aber da meine Schwester wieder mal die Familien-Videokamera besetzt blieb mir nur das Handy und die Qualität war dann doch unzumutbar.
So beginnt das neue Jahr auf blockner :: spät und unspektakulär, aber ich glaube besser hätte es nicht beginnen können: mein Leittext für das Jahr 2009:
[Gott ist] ein Gott der die Einsamen nach Hause bringt
Psalm 68:7
Hab ich noch nie gelesen. Super Gott! Ein gesegnetes neues Jahr!
In letzter Zeit bin ich sowohl im Andachtskalender als auch im Mitteilungsblatt von BaWü über Gedanken zum zweiten Gebot gestoßen. Das ist das mit dem Bilderverbot. Ich hatte mir über diesen Text nie groß Gedanken gemacht bis ich einmal für Cindy Tutsch vom White Estate als Übersetzer tätig war und jemand ihr die Frage gestellt hat wie das mit dem Bilderverbot ist. Wenn man das ernst nimmt, so der Frager, dann dürfte man ja überhaupt keine Bilderbücher für seine Kinder haben usw. Damals ist mir bewußt geworden, dass dieser gute Mann absolut recht hat, denn in 2Mo 20:4 heißt es eindeutig:
Es erinnert mich an das Bibelstudium. Oft gehen wir mit einer Fragestellung an den Text heran und lesen dann den Text aus diesem Blickwinkel ohne dabei den tanzenden Bären zu sehen. Deswegen muß man die Texte, sei es zum Predigen oder für die Exegese, immer und immer wieder lesen und versuchen seine eigenen Fragestellungen zurück zu stellen um wirklich den Text sprechen zu lassen. Wenn man sich fragt: Was will dieser Abschnitt mir sagen? Was ist sein Thema? Warum steht er in der Bibel? Was würde fehlen wenn er nicht da wäre? Dann kann es sein, dass beim 20ten mal plötzlich der Bär steppt. Oder du erkennst jedes mal ein neues kleines Detail, die zusammen dann den Sinn ergeben.
Seit ich als Pastor arbeite macht es mich immer wieder unruhig wenn ich überlege wie wenig Zeit ich eigentlich habe um Predigten zu schreiben. Besonders weil sich in den letzten zwei Jahren bei mir der Entschluß festgesetzt hat exegetisch zu predigen. Also nicht thematisch über etwas Interessantes oder Relevantes zu sprechen und dazu Bibeltexte zu zitieren sondern immer von einem Text ausgehend eine Auslegung und Anwendung vorzunehmen. Sowas, das müssen wir uns eingestehen, macht heute kaum noch jemand, weil es einfach ewig dauert! Für mich ist es aber Teil meines Vorsatzes Geistlicher zu sein und nicht Manager.
Jetzt habe ich heute durch Zufall einen Artikel vom 13.12.07 gefunden, der mir in so vielen Punkten aus der Seele spricht! Ein beeindruckender Artikel! Ach, den müßt ihr einfach lesen!!! Wider die inhaltliche Magersucht!