Hier ein 3-Sat Beitrag von Katrin Bauerfeind - mancher erinnert sich vielleicht noch an sie aus der Ehrensenf Anfangszeit - zum Thema Umweltsünde. Dieser Clip fasst sehr gut meine momentane Situation zusammen: Ausweglosigkeit! Wie kann man verantwortlich leben in dieser unserer westliche Gesellschaft? Muß man nicht wirklich einen Großteil unserer Kultur über Bord werfen?
Neulich hat mich ein Glaubensbruder mit Migrationshintergrund gefragt, wie ich an die Wiederkunft Jesu glauben kann und mich gleichzeitig so für die Umwelt einsetzen. Zunächst eines: ich setze mich für die Umwelt ganzheitlich ein: also auch Tiere und Menschen. Das allein ist schon ein Problem: wie kann man sich heute Klamotten kaufen, ohne ethisch bedenkliche Arbeitbedingungen zu fördern? Wir haben Gewerkschaften, deswegen können wir uns auch keine Hosen aus Deutschland mehr leisten, sondern lassen sie in Asien nähen. Wer heute nicht nackt geht, ist fast immer ein Ausbeuter der Armen - besonders Kindern und Frauen. Damals nach der industriellen Revolution hätte man sich entscheiden müssen zwischen fairem Leben für alle und Wohlstand bzw. technischer Fortschritt. Oder ist das wieder eine Übertreibung?
Wie dem auch sei, zurück zu Wiederkunft. Drei Gründe:
1. Verantwortlich mit der Natur umzugehen ist keine Aufgabe die als Folge der Sünde in die Welt kam. Sie ist Teil der Schöpfungsordnung und wird auch nach der Wiederkunft so weiter bestehen. Bebauen und Bewahren sollen wir diesen Planeten und alles was auf ihm ist. Ein erhaltender Umgang mit dem was Gott uns anvertraut hat, mit dem was er durch ein Wort seines Mundes geschaffen hat, mit seinem Eigentum, ist Teil des Menschseins. Wer wahrhaft menschlich sein will, muß Verantwortung übernehmen - das ist unsere Rolle. Es war kein Scherz, als ich dem Fragesteller mit Offenbarung 11:18 antwortete:
Und die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu vernichten, die die Erde vernichten.
Gott kümmert sich um seine Schöpfung - auch um die Tiere - also sollten wir es auch tun. Wir alle kennen den Text am Ende des Jona-Buches:
und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt, in der mehr als hundertundzwanzigtausend Menschen sind, die nicht wissen, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere? (Jona 4:11)
2. Wir wissen nicht wann Jesus wiederkommt. Deswegen sollten wir in unserem Handeln nicht darauf setzen. Was, wenn es nochmal 1000 Jahre werden? Ich glaube es nicht, aber es ist nicht undenkbar. Dann sitzt du in 200 Jahren ganz schön in der Sch... weil du dachtest, es würde eh keinen Unterschied mehr machen.
3. Für mich hat es auch stark mit Glaubwürdigkeit zu tun. Gerade als Leute, die noch an die Schöpfung glauben und den Sabbat feiern, können wir Themen wie Tierschutz, Umweltschutz oder Menschenrechte nicht ignorieren. Wenn wir wirklich glauben was in Gen 1+2 steht, dann müßten wir doch auch so handeln, und uns nicht nur um uns drehen. Wie kann es sein, dass Nichtchristen hier an vorderster Front stehen? Sie glauben nicht, dass der Mensch zum Bild Gottes geschaffen ist, aber kämpfen für die Freiheit aller Menschen. Sie glauben nicht, dass die Natur ein Werk Gottes ist, das er uns anvertraut hat, aber sie schützen sie mit ihrem Geld und ihrer Zeit. Und wir? Wir predigen, dass Gott all das gemacht hat, aber unser Geld und unsere Zeit gehen für ganz andere Dinge drauf.
Es muß sich etwas ändern in meinem Leben!